„Lange saßen sie dort und hatten es schwer.
Aber sie hatten es gemeinsam schwer.
Das war ein Trost.
Leicht war es trotzdem nicht

…das war ein Trost."

aus: Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren

In der Trauer ist es hilfreich, Menschen zu begegnen, die verstehen, was Trauer bedeutet. Der geschützte Rahmen des Trauertreffs bietet die Möglichkeit, sich auszutauschen. Sie finden Menschen, die sich gegenseitig mit ihren Erfahrungen in der Trauer stützen und helfen können.

Machen Sie sich auf den Weg, Sie sind herzlich willkommen!

 Der offene Trauertreff ist ein angeleitetes Gesprächsangebot des ambulanten Hospizdienstes Soest e.V. für Menschen nach einem Verlust. Trauertreff ist an jedem 1. und 3. Freitag eines jeden Monats von 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr im Erdgeschoss der Jakobistraße 44 a in Soest.

 Die Termine 2019/20

4. und 18. Oktober 2019
15. November 2019
6. Dezember 2019
3. und 17. Januar 2020
7. und 21. Februar 2020
6. und 20. März 2020
3. und 17. April 2020
15. Mai 2020
05. und 19. Juni 2020

Sommerpause bis September

 

 

Ohne Dich
ist in meinem Leben
alles halb so leicht
-
nur mein schweres Herz
ist doppelt so schwer

Ingeborg Reimer


Ich bin so lebendig wie Du
und stehe an Deiner Seite.
Schließe Deine Augen
und schaue Dich um
- fühle es -
Du wirst mich vor Dir sehen

Khalil Gibran


Leben ist Bewegung.
Ein anderes Wort dafür
ist „Prozess“.
Das Sterben leben
ist die Geschichte
der Bewegung
Deines Lebens

Stanley Keleman


Du bist nicht tot,
sondern nur untergegangen wie die Sonne.
Wir trauern nicht,
wie über einen, der gestorben ist,
sondern wie über einen,
der sich vor uns verborgen hat.
Nicht unter den Toten suchen wir Dich,
sondern unter den Seligen des Himmels.

Theodoret von Kyros


Ich bin von Dir gegangen
nur für einen Augenblick
und gar nicht weit.
Wenn Du dahin kommst,
wohin ich gegangen bin,
wirst Du Dich fragen,
warum Du geweint hast.

Abschied nehmen heißt,
sich trennen,
einen Teil von sich selbst aufgeben,
etwas dem Wind überlassen,
den Fluten, dem Wasser,
das Sterben lernen,
jeden Tag ein wenig
für das Neue, das bleibt.

Margot Bickel


Menschen treten in unser Leben
und begleiten uns eine Weile.
Einige bleiben für immer,
denn sie hinterlassen ihre
Spuren in unseren Herzen.

An ein fernes Ufer
wird die Seele getragen,
doch unsere Gedanken
finden den Weg dorthin.

Der Tod ist kein Untergang
sondern ein Übergang:
vom Erdenwanderweg
hinein
in die Ewigkeit.

Unsere Toten sind nicht abwesend,
sondern nur unsichtbar.
Sie schauen
mit ihren Augen voller Licht
in unsere Augen voller Tränen.

Augustinus

Bild 08

Die Sonne geht auf, wie jeden Tag.
Die Zeitung ist da, wie jeden Tag.
Die Tagesschau kommt um acht, wie jeden Tag.
Wie kann das sein?
Nichts ist doch mehr, wie jeden Tag.
Denn du bist nicht mehr da.
C. Auffenberg                                                   

 

Trauercafé

Raum und Zeit für Gespräche über Trauer und Verlust

„Denn du bist nicht mehr da ...."

 

In der Zeit der Trauer ist es hilfreich Menschen zu treffen,

die verstehen was Trauer bedeutet.

Diese Möglichkeit bietet das Trauercafé. Hier sind Sie unter sich.

 

 Mehrgenerationenhaus, Wasserstraße 9 in Bad Sassendorf

Die Termine 2019/20:

10. und 24. Oktober 2019

07. und 21. November 2019

12. Dezember 2019

09. und 23. Januar 2020

13. und 27. Februar 2020

12. und 26. März 2020

 

 

schreibt Roland Kachler in seinem Buch „Meine Trauer wird dich finden“.

Und er folgert weiter, dass die Trauer will, dass die Liebe weitergeht, „über den Tod des geliebten Menschen hinaus“.

Der Verstorbene darf eine wichtige, geliebte Person im Leben dessen bleiben, den er zurückgelassen hat. Diese Liebe braucht nur eine neue Ausdrucksweise. Es ist die Trauer, die die bisherige Art des Liebens in eine neue, innere Art umwandelt.

Es geht nicht darum, loszulassen, sondern darum zu lieben auf eine neue Weise.

Trauer ist mehr als Abschiednehmen,
sie ist Ausdruck der Liebe zum Verstorbenen

Trauer ist kreative Beziehungsarbeit:
sie ist kein Durchleben von Phasen, die aufeinander folgen sondern ein Kreisen
Vorwärts- und Zurückgehen. Dabei gibt es Sprünge, Abstürze und Umwege

Die Trauer sucht einen guten Ort,
an dem der Verstorbene weiterlebt
Auch der Trauernde braucht einen sicheren Ort, an dem er sich zurückziehen
darf, wo er allein sein darf und nicht stark sein muss, usw.

Wie der Trauernde die Beziehung zu dem verstorbenen geliebten Menschen finden und gestalten, welchen Weg er gehen kann, um zu erreichen, dass dieser zu einem „lebendigen Gegenüber“ in seinem Leben wird, führt Kachler in folgenden Punkten aus:

Am offenen Sarg – die erste Begegnung mit dem Verstorbenen
Der Wunsch, dem Toten nahe zu sein, ist normal und gut! Nutzen Sie die verbleibende Zeit bis zur Beerdigung! In der konkreten Fürsorge für die sterbliche Hülle - vom Leib, der nicht mehr antwortet und reagiert. Die Seele, die jedoch weiß, dass dieser Abschied nicht das Ende der Beziehung sein wird.

Leben mit den Orten der Präsenz des Verstorbenen wie z. B.
Grab: Das Grab ist das erste und älteste Bild des „sicheren Ortes für den Verstorbenen“ Es ist ein Ort der   Trauer. Ich kann sie dort am Grab lassen. Das hilft, im Alltag zunehmend auch Zeiten und Situationen ohne Trauer zu erleben.
Zimmer: nichts gegen den inneren Widerstand verändern, wenn man etwas verändern muss
Besondere Orte: Urlaubsorte: auch hier der eigenen Stimmung trauen, ob und wann man sie aufsuchen kann.
Tod durch Unfall: Der Unfallort kann für die Angehörigen wichtiger werden als das Grab, gerade weil sie ihm in seinen letzten Lebensmomenten nicht nahe sein konnten.

Leben mit der Erinnerung
Erinnerungen sind so reich wie das Leben selbst und für die Hinterbliebenen äußerst wertvoll. Für den Trauerprozess sind Erinnerungsbilder ganz entscheidend (Fotos sammeln, Bilder ordnen) Wichtig sind auch Erinnerungszeiten. Man kann diese Tage dem Verstorbenen widmen, mit seiner Präsenz und Nähe leben.
Erinnerungsrituale

Leben mit der Transzendenz
In fast allen Kulturen gibt es den Gedanken des Weiterlebens der Verstorbenen in einer anderen Welt. Natürlich gibt es für die Existenz dieser Welt keinen Beweis. Wichtig ist hingegen nur, was dem Hinter- bliebenen hilft, eine innere Beziehung zum Verstorbenen aufzubauen. Wer sich auf die Bilder, die alle Kulturen und Weltreligionen haben, einlassen kann und Träume akzeptiert, der schaut über die Begrenzung unserer Welt hinaus.

In Beziehung bleiben
Oft hat man Zorn auf den Verstorbenen. In Gedanken streitet, verzeiht, diskutiert man und ist traurig über seine Abwesenheit. Der Trauernde lebt in zwei Welten: in seiner Trauerwelt und der realen Welt. Er darf auf keinen Fall seine Trauer zugunsten der äußeren Realität aufgeben. Er sollte sich Zeit nehmen.,Vielfach wird die Person des Verstorbenen idealisiert. Nur die hellen Seiten werden gesehen. Immer sollte auch das Schwierige am geliebten Menschen wahrgenommen und auch benannt werden.

Leben in der Hoffnung
Nach schweren Verlusten ist der Wunsch nach dem Nachsterben normal. Die Begrenzung des eigenen Lebens wird den Hinterbliebenen deutlich. Sie erleben das weitere Leben of als Zwischen- oder Restzeit, für die es verschiedene Lebenshaltungen gibt: Leben für andere, mir wichtige Menschen, soziales Engagement, stellvertretend für den Verstorbenen weiterleben, für sich leben, in vollen Zügen leben. All dies kann helfen, wieder ins eigene Leben zurückzufinden.

Nicht vorüber
Was vorüber ist
ist nicht vorüber.
Es wächst weiter
in deinen Zellen
ein Baum aus Tränen
oder
vergangenem Glück.

Rose Ausländer