Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind mit Ausnahme unserer Koordinatorin ehrenamtlich tätig. Die Begleiter sind verschiedenen Alters, aus unterschiedlichen Berufsgruppen und Konfessionen. Sie alle verstehen sich als ein Team und haben sich durch einen intensiven Befähigungskurs und mit großem Einfühlungsvermögen auf die vielfältigen Aufgaben vorbereitet.

Die Mitarbeitenden nehmen an regelmäßigen Weiterbildungen teil. Ihre Aufgabenerfüllung wird durch Supervision hinsichtlich der persönlichen Integrität gesichert. Während der regelmäßig stattfindenden Begleitertreffen, besteht die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches und der Reflexion des eigenen Handelns, zur Entlastung der Begleiter.

Die Legende von der Erschaffung des Hospizhelfers

Als der liebe Gott die Welt erschuf, machte er sich auch an die Erschaffung des Hospizhelfers. So kam es, dass er bereits am sechsten Tag Überstunden machen musste. Da kam ein Engel zu ihm und stutzte: „Lieber Gott, was machst du so lange?“

„Ich erschaffe die Gestalt des Hospizhelfers“, antwortete der liebe Gott.
„Ist das schwierig?“ fragte der kleine Engel.
„Ja“, sagte der liebe Gott, „schau dir nur die lange Bestellliste an. Und ich muss bis morgen Abend fertig werden.“

Er soll vier Hände haben:
eine, um kräftig zupacken zu können,
eine, um Kontakt zum Patienten herstellen und ihn an die Hand nehmen zu können,
eine, um Gesten zu machen, die seine Kompetenz unterstützen,
eine, um den Angehörigen deutlich zu machen, dass er auch für sie da ist.

Dann soll er drei Ohren haben:
eines, um alles zu hören, was gesagt wird,
eines, um alles zu hören, was nicht gesagt wird, aber gemeint ist und zwischen den Zeilen steht,
eines, um auf die eigene innere Stimme zu hören.

Dann soll die Gestalt einen Kopf wie ein Rathaus haben.
Es muss viele Schubladen haben, in denen alles gut strukturiert ist,
er muss viel Zeit haben,
er muss auch manchmal erahnen und erspüren können, was nun zu tun ist.
Er muss sich selbst an die zweite Stelle stellen können und für den anderen da sein.
Er muss flexibel sein und fähig zur Selbstreflexion.
Er muss diskret sein und religiöse Toleranz mitbringen.“

Da sagte der kleine Engel: „Vier Hände, drei Ohren, ein Kopf wie ein Rathaus! Geht das denn?“

„Das ist doch noch gar nichts“, antwortete der liebe Gott. „Das Schwierigste kommt erst noch. Er soll nämlich ein ganz besonderes Herz haben.
Es muss so weich sein, dass jeder, der begleitet wird, sich geborgen fühlt, sich wärmen und sich einkuscheln kann.
Es muss aber auch so weich sein, dass man darauf hauen kann, wenn man wütend ist und seinen Ärger loswerden will.
Und dann muss es einerseits so starr wie ein Kieselstein sein, wenn es gilt, Grenzen einzuhalten und andererseits auch gleichzeitig formbar und flexibel wie Ton, wenn es gilt, Grenzen zu überschreiten.

Der kleine Engel staunte, zeigte auf die Gestalt und sagte: „Schau, lieber Gott, da ist ein Leck.“

„Nein“, antwortete der liebe Gott. „Das ist kein Leck,
das sind Tränen, für die Mühe, sich erlauben zu dürfen, nicht alles zu wissen und zu können,
Tränen, für die Mühe, sich erlauben zu dürfen, den Sterbenden als kompetenten Partner anzunehmen und von ihm zu lernen,
Tränen, für die Mühe, sich erlauben zu können, nicht immer alle Probleme lösen zu können und auch manche Dinge offen stehen zu lassen,
Tränen, für die Mühe, sich erlauben zu dürfen, Normen zu verändern und Grenzen zu überwinden,
Tränen, für die Mühe, sich erlauben zu dürfen, sich hilflos, traurig und unsicher zu fühlen und sich bei anderen Rat und Hilfe zu holen..“

Und der liebe Gott schaute die Figur an und ließ es gut sein.